Auswahlkriterien


Wie erfolgt die Auswahl der Gärten des EGHN?

 

In seiner gesamten Arbeit stützt sich das Europäische Gartennetzwerk auf die Kenntnisse der Partner vor Ort. Dies galt und gilt auch für die Auswahl der Gärten, die in eine der regionalen Gartenrouten oder unter eines der Europäischen Themen aufgenommen wurden.

Das Konzept und die Kriterien hierfür wurden zwischen 2003 und 2008 im Rahmen des von der EU geförderten INTERREG-Projektes festgelegt (vgl. 1). Sie bilden weiterhin die Grundlage für die heutige Arbeit des Netzwerks und für die Entwicklung der Partnerschaft (vgl. 2).

1) Entwicklung der Kriterien und Verfahren im INTERREG IIIB Projekt

2004, kurz nach Beginn des Projektes, etablierte sich in jeder teilnehmenden Region ein Gremium, das sich zunächst auf die Besonderheit der regionalen Gartenkunst verständigte und dann ein entsprechendes Thema für die regionale Route festlegte. Es erfolgte dann eine Bestandsaufnahme bzw. die Analyse von vorhandenen Bestandsaufnahmen mit einer ersten Vorauswahl von geeigneten Parks und Gärten.

Die Anlagen dieser Vorauswahl wurden dann nach einem für alle Partner und Regionen einheitlichen Kriterienkatalog bewertet. Hier wurden z.B. der gartenhistorische bzw. gartenkünstlerische Wert, der Pflegezustand, die Angebote für Besucher (wie z.B. Informationsangebote, Gastronomie) und die Zugänglichkeit einbezogen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Region oder in Netzwerken wurde positiv bewertet, da sich so leichter die erwünschten sozialen und ökonomischen Wirkungen erzielen lassen. Wenn auch die Kriterien und Standards einheitlich waren, so ging es immer darum, die optimalen Anlagen in der jeweiligen Region zu ermitteln und nicht darum, Parks in England z.B. mit solchen in Frankreich zu vergleichen oder gar entsprechende Ranglisten aufzustellen.

Hieraus ergaben sich dann die jeweils fünf Gärten, die das Thema der regionalen Route vermitteln, den Besuchern neue Erfahrungen und einen angenehmen Aufenthalt bieten und auch die Ziele der Förderung der Gartenkunst und der regionalen Entwicklung bestmöglich unterstützen können.

Wichtig war es auch, diese Gärten inhaltlich und räumlich mit zehn Orten der Kulturlandschaft zu verbinden, damit Besucher das Thema der Route, aber auch die Vielfalt der Region noch intensiver erleben und weitere interessante Orte in der Region kennenlernen.

In den meisten Fällen haben die Gremien zudem aus den Parks und Gärten in ihrer Region - nach vergleichbaren Kriterien - diejenigen ausgewählt, die als Teil eines der Europäischen Themen des EGHN möglich machen, z.B. Entwicklungen der europäischen Gartenkunst nach zu verfolgen oder den Spuren bekannter Personen zu folgen.

Die Vorschläge der Auswahlgremien wurden dann mit Akteuren aus der Region (z.B. Bürgermeistern, Touristikern), Experten der Fachverbände und Ministerien, den Projektpartnern und nicht zuletzt den Gartenbesitzern diskutiert, beschlossen oder gegebenenfalls modifiziert.

2) Qualitätsstandards und Auswahlkriterien heute

Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem INTERREG-Projekt, werden die erprobten Verfahren, Qualitätsstandards und Auswahlkriterien auch bei der Einbindung weiterer Parks und Gärten in das EGHN angewendet.

Interessenten an einer Partnerschaft - bei Einzelgärten ist dies unter einem der fünf Europäischen Themen möglich - erhalten vom Projektträger (Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur) ein Antragsformular. Sie werden gebeten, weitere Literatur und aktuelle Fotos zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist auch ein neutrales Votum zum aktuellen Zustand des Gartens. Dazu werden zunächst die regionalen Koordinatoren, andere Partner im Netzwerk oder externe Experten befragt. Nur wenn sich hierdurch kein Votum herstellen lässt, kommt es zu einem Ortstermin (durch ein Mitglied der Management Unit oder des Beirats), der – wenn immer möglich - aus Kostengründen mit anderen Terminen in der Region verbunden wird. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme neuer Partner trifft der EGHN-Beirat, mit seinen Vertretern aus den Partnerregionen des EGHN.

Neue regionale Routen im EGHN können nur in Zusammenarbeit einer Region mit dem Team der EGHN Management Unit entwickelt werden. Vorhandene Routen können dabei berücksichtigt werden, aber nicht ohne weitere Prüfung/Bearbeitung als EGHN-Routen übernommen werden.

Bei dieser Entwicklung ist, wie schon bei den bisherigen Routen, eine enge Kooperation aller Akteure in der Region unverzichtbar, um sowohl eine breite Unterstützung zu sichern, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und mögliche synergetische Effekte entstehen zu lassen, als auch um die Ziele und das erreichte Niveau der Angebote des EGHN im Sinne aller Partner zu bewahren.

All dies wird im direkten Dialog mit möglichen neuen Partnern detailliert besprochen.