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Die Gärten von Bishop’s PalaceDer GartenWie man es von einer Bischofsresidenz erwartet, waren die inneren und äußeren Gärten von Bishop`s Palace als Orte des Friedens und der Ruhe gedacht. Es ist nachgewiesen, dass die Gärten, die die Bischöfe im Laufe der Jahre erweitert haben, schon vor dem Palastbau Bischof Jocelin Trotmans existierten.
Zweifellos bildet die Ruine der „Great Hall“, die anlässlich eines geplanten Besuches von King Edward I. errichtet wurde, das Kernstück des Gartens. Bis zum 19. Jahrhundert war die „Great Hall“ derartig baufällig geworden, dass Bischof George Henry Law beschloss, das Gebäude völlig neu zu gestalten. Der Bischof ließ die Südmauer entfernen und einen großen Rasen anlegen, auf dem nun besondere Bäume die Menschen ersetzen, die hier einst tanzten und feierten. Die verfallene Nordmauer, die heute teilweise von Kletterpflanzen berankt wird, ließ er als authentisches Stück gotischer Architektur stehen; Bischof George hatte seine eigenen gotischen Ruinen in seinem Garten geschaffen.
Eine Holzbrücke führt Besucher über den Wassergraben in die äußeren Gärten. Bischof Thomas Bechynton baute hier 1451 ein kleines steinernes Brunnenhaus, das „Well House“. An den vier Zapfhähnen konnte die Bevölkerung von Wells frisches Wasser abfüllen, das über eine 255 Meter lange Messingleitung hergeleitet wurde. Das Haus ist gekrönt von einem steinernen Talbot (weißer Bluthund), dem bevorzugten Jagdhund des Bischofs. Offensichtlich hatte die Jagdleidenschaft der geistlichen Herren auch fast 250 Jahre nach der Anlage von Bischof Jocelins Hirschpark nicht aufgehört. Die Besucher können um die Teiche spazieren, von denen einer durch die vier Quellen („wells“) gespeist wird, die der Stadt Wells den Namen gaben. Die Wasseroberfläche spiegelt an windstillen Tagen die Kathedrale St. Andrews wider und man vermutet nicht, dass hier pro Sekunde 40 Gallonen (100 Liter) Wasser entspringen. Zwei weitere Teiche liegen gegenüber der Kathedrale, darunter der heilige Brunnen von St. Andrew. Künftig soll er als Ort der ruhigen Einkehr geöffnet werden.
Die Teiche und Wassergräben von Bishop’s Palace sind die Heimat einer Vielzahl von Tieren, darunter Fledermäuse, Eisvögel, Eulen, Blässhühner, Moorhühner, Enten und Schwäne. Man braucht kein Futter für die berühmten Schwäne von Bishop’s Palace mitzubringen. Nachdem sie vor über 150 Jahren von einer Bischofstochter dressiert worden sind, läuten die hungrigen Schwäne eine Glocke beim Torhaus, wenn sie Futter wollen. 1977 ließ Bischof John Bickersteth ein Arboretum zur Erinnerung an das silberne Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. anlegen. Nach fast drei Jahrzehnten sind die Bäume nun ausgewachsen, ein idealer Platz zum Picknick, umgeben von Wildblumen. Die Gärten von Bishop’s Palace beherbergen eine besondere Sammlung spezieller Einzelbäume, von denen hier nur einige Beispiele genannt werden können. Der Baumglockenbaum (Paulownia Tomentosa) kommt aus China und stammt von Pflanzen ab, die dem Fingerhut ähneln. Er blüht im Mai, danach bekommt er große samtene Blätter.
Das Holz der amerikanischen Schwarznuss (Juglans Nigra) wird für Möbel und Gewehrkolben verwendet und die Haut der Frucht dient als braunes Färbemittel. Ihre mittlere Lebensdauer beträgt nur 200 Jahre. Da dieser Baum schon 190 Jahre alt ist, wurde ein jüngerer Baum daneben gepflanzt. Der Götterbaum (Ailanthus Altissima) ist in China beheimatet und obwohl sein lateinischer Name „Himmelsstürmer“ suggeriert, erreicht er nur ein Maximum von 25 Metern. Die Blätter entfalten im frühen Sommer eine tiefrote Farbe und eine karmesinrote Frucht folgt im Spätherbst. Der schwarze Maulbeerbaum (Morus Nigra) ist in Zentralasien heimisch, in den Gärten finden sich drei Exemplare. Zwei Bäume stammen noch aus der urspünglichen Pflanzung von 1897, der dritte Baum war ein Geburtstagsgeschenk zum 80. Geburtstag von Bischof Bickersteth im Jahre 2001. Der Ginkgo-Baum (Ginkgo Biloba) war in Großbritannien seit dem späten 18. Jahrhundert verbreitet. Funde von Ginkoblättern in Fossilien lassen darauf schließen, dass er vor 150 Millionen Jahren über die ganze Erde verbreitet war. Der faszinierende Tulpenbaum (Liriodendron Tulipifera) wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts aus Ostamerika eingeführt. Der Baum ist fast 200 Jahre alt, seine Blätter bekommen im Herbst herrliche goldene und orange Farben. Den Namen hat er von seinen grünen und hellorangen Blüten, die wie Tulpen auf seinen Zweigen stehen. Der Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia Glyptostroboides) kommt aus Südwestchina und ist als Zierbaum in Parken und Gärten weithin verbreitet. Er erreicht eine Höhe von 40 Metern. Die Nottingham Mispel (Mespilus Germanica), die aus Südeuropa kommt, bringt schöne weiße Blüten mit fünf Blütenblättern und einer braunen Frucht hervor, die essbar ist, wenn sie sehr reif ist.
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