Painshill Park
Der Garten
Painshill war ursprünglich ein Teil von Hampton Court, der Heinrich VIII. gehörte. Seit 1548 war Painshill als Kronpacht in drei Gutshöfe aufgeteilt. 1738 erstand Charles Hamilton die Güter von William Bellamy, einem erfolgreichen Rechtsanwalt. Sein Vorgänger war der Marquis du Quesne, der ein Vermögen beim Börsencrash des “South Sea Bubble“ verloren hatte. Wahrscheinlich war er es, der das Haus nahe der Portsmouth Road gebaut hat, in dem Hamilton später wohnte.

Hamilton versuchte die Vision von einem Park mit lebendigen Landschaftsbildern umzusetzen. Mit überraschenden Blickwinkeln, eingestreuten baulichen Elementen und dem Wechsel der Farben von Bäumen und Sträuchern, sollten verschiedene Stimmungen und Gefühle vermittelt werden.
Hamilton war immer in Geldnot, was zu einer Reihe von unternehmerischen Projekten zur Finanzierung des Parks führte, darunter die Anlage eines Weingartens und die Gründung einer Ziegelei in Painshill. 1748 schickt John Bartram, der erste in Amerika geborene Pflanzensammler, Saatgut aus der Wildnis des amerikanischen Nordostens nach Painshill. Hamilton erhielt eine Fünf-Guinea-Schachtel mit geheimnisvollen Samen, von denen er einige in Painshill vermehrte und kultivierte. Hamiton belieferte später Gärtnereien mit Saatgut und seine Zeitgenossen schätzten seine Pflanzenkenntnisse sehr.
1772 erweiterte Hamilton den See nach Südosten in die Wiesen unterhalb des Weingartens, um die ehemalige Tongrube, die seine Ziegelei versorgte, zu fluten.
Als die Hoares Bank ihn 1773 zur Rückzahlung seiner Kredite drängten, war er schließlich gezwungen, Painshill zu verkaufen. Hamilton zog sich nach Bath zurück, wo er 1786 starb. Benjamin Bond Hopkins kaufte das Anwesen und errichtete ein neues Haus, das 1778 fertig gestellt war. Hopkins verbrachte nur wenig Zeit in Painshill, da er 1777 ein Haus in Wimbledon erstanden hatte, wo er einen Park mit einem See, einer Grotte und einem Wasserfall anlegte. Allerdings setzte er Hamiltons Werk fort, indem er neue Pflanzenarten vermehrter und weitere Landschaftsbilder schuf.

Nach Hopkins Tod hatte Painshill eine Reihe von Eigentümern, u.a. William Cooper, dem High Sheriff von Surrey, der Decimus Burton einstellte, um Veränderungen an Painshill House vorzunehmen. Er beauftragte die Firma Bramah damit, eine Hängebrücke über die Portsmouth Road zu bauen und Hamiltons Wasserrad, welches Wasser aus dem Mole River in den Painshill See beförderte, durch ein Moderneres zu ersetzen. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Anwesen in Besitz der Combes. Sie legten Steingärten in Hamiltons ehemaligen Weingarten an und versetzten die Säulen des Bacchus-Tempels nach Painshill House, wo sie den Porticus schmücken sollten.
Während des Krieges wurde das Anwesen von der Kanadischen Armee in Anspruch genommen und später von der Baroness de Veauce gekauft, die das Haus und seine Nebengebäude in private Wohnhäuser umwandelte und verkaufte. Der Park wurde ebenfalls in Einzelgrundstücke geteilt und für verschiedene Zwecke, darunter Land- und Forstwirtschaft, veräußert.
1975 gründete eine Gruppe von Einwohnern aus Cobham einen Freundeskreis für Painshill. Gemeinsam mit der „Garden History Society“ und der „Georgian Group“ drängten sie die lokale Verwaltung (Elmbridge Borough Council), das Anwesen zu kaufen. 1980 wurden etwa 62 Hektar des Lustgartens erworben und der „Painshill Trust“ begann damit, die Parklandschaft des 18. Jahrhundert in ihrem alten Glanz wiederherzustellen. Der "Painshill-Trust" hat den Park mit seinen Gebäuden nach allerhöchsten Standards restauriert. 1998 erhielt er den "Europa-Nostra-Preis" für seine Verdienste. Heute warten nur noch der Bacchustempel und das später entstandene Badehaus auf eine Wiederherstellung. Der Teil des Parkgeländes, der in Besitz des Trust ist, kann öffentlich betreten werden. Painshill House und der restliche Parkbereich sind in Privatbesitz.
Painshill Park war sowohl während der Eigentümerschaft von Hamilton als auch von Bond Hopkins offen für Besucher. Zu dieser Zeit wurden Besucher vom leitenden Gärtner durch die Anlage geführt, eine Gelegenheit, sich zum mageren Gehalt etwas dazuzuverdienen. Ein gemähter Streifen entlang der nördlichen Grenze, bekannt als die „cabriolet road’, war für Kutschen angelegt. Besucher kamen zum Gartentor herein, wo ihnen der Blumengarten gezeigt wurde. An dieser Stelle waren nur der Gotische Turm und der Gotische Tempel zu sehen, neben Blicken nach Osten und Süden über den Mole River. Heute geht der Weg hoch auf die Hänge von Wood Hill, von wo aus sich Blicke auf den See und den Weingarten eröffnen.

In dem Wäldchen auf dem Gipfel des Hügels gibt es eine Lichtung, bekannt als „Amphitheater“, auf der eine Skulptur "Raub einer Sabinerin" steht. Das Original von 1750 wurde von van Nost nach einem Vorbild von Giambologna geschaffen. Eine Prachtstraße führt nach Westen, wo der restaurierte Gotische Tempel den Blick auf den See und die Wälder einrahmt. Wege führen zur Abteiruine, zur Ziegelei und zum wiederbepflanzten Weingarten. Danach verläuft der Weg über die Chinesische Brücke auf eine Insel im See, auf der die Grotte mit einer Steinbrücke liegt. Zu Hamiltons Zeit führte eine kleine Palladio-Brücke nach Südwesten zurück ans Festland. Heute steht hier eine einfache Holzbrücke.
Der Weg geht weiter zum Römischen Mausoleum - einer künstlichen Ruine an einer Flussschleife - bevor er nach Norden zur Fünf-Bogen Brücke abbiegt und dann zum Wasserfall am westlichen Ende des Sees führt. Ein mit Ziegeln gemauerter Kanal führt zum Wasserrad. Das westliche Ende der Anlage ist immer noch als der „Alpine Wald“ bekannt und hat Steilhänge, die mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt sind. Am Südende liegt die einfache Holzkonstruktion der Einsiedelei. Den äußersten Punkt der Anlage bildet der vierstöckige Gotischer Turm. Folgt man dem Rundgang nach Osten, so gelangt man heute zum zerstörten Bacchustempel, der eine Bacchusstatue beherbergen sollte, die Hamilton aus Italien eingeschmuggelt hatte und geht dann zum restaurierten Türkischen Zelt, das auf einem kleinen Hügel mit wunderschönem Blick auf den See liegt.
Der Weg zurück führt den Hügel herunter, an den Überresten des Römischen Badehauses vorbei, das sich an einem Teich befindet, der von einem Brunnen gespeist wird. In unmittelbarer Nachbarschaft steht eine Zederngruppe, die noch von Hamilton gepflanzt wurde. Es gibt außerdem ein schönes, erst kürzlich restauriertes Eishaus von 1830, das im Hang nahe des Gotischen Tempel liegt.
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