Der Cottage-Garten von Margery Fish

Der Garten

East Lambrook Manor war das Zuhause der beeindruckenden und außergewöhnlichen "Mutter" des englischen Cottage-Gartens, Margery Fish.

Die Hänge im Westen des Gartens sind in Terrassen gegliedert, die mit Steinplatten angelegt sind. Hier zeigt sich Margery Fishs Idee des "gepflanzten Dschungels" am deutlichsten: Die Beete sind dicht bepflanzt mit Stauden, die über die Kanten quellen und kein Stückchen Boden unbedeckt lassen.

East Lambrook

Rosa Storchenschnabel, weiße Schneeflocken, Lungenkraut, Sauerklee und Katzenminze sind in die Beete gezwängt, Gipskraut, Blaukissen und Feuerhexe wuchern über die Mauern; Brennende Liebe, Schneehaube, Mauerpfeffer und Felsenglockenblume füllen die Ritzen.

Die Terrassen führen zu einem hoch gelegenen Rasen - einer Stelle, an der man wunderbar sitzen und entspannen kann - und zum "White Garden", der das Ergebnis vieler freundlich ausgetragener Meinungsverschiedenheiten mit der Autorin Vita Sackville-West ist, die die Restaurierung des nahe gelegenen Montacute unterstützte. Der weiße Garten wurde mit weißen Frühjahrsblühern angelegt, darunter auch Margery Fishs absoluter Liebling: die gefüllte weiße Primel.

East Lambrook

Ein kürzlich erweiterter, nach Süden ausgerichteter "Silver Garden" ist mit mediterranen silbrigen Pflanzen bewachsen, die vom vollen Sonnenlicht besonders profitieren. Dieser Garten beeindruckt mit silberfarbenen und grauen Pflanzen unterschiedlicher Gestalt. Als Tupfer eingestreut sind zartes Rosa, Blau und leuchtendes Rot, die alle um den Blick des Betrachters wetteifern.

Die östliche Hälfte des Gartens ist noch variantenreicher. Hier liegt ein wilder "Green Garden", in dem sich schattenliebende Pflanzen wohl fühlen. Es gibt es den seltenen weißblühenden Judasbaum, eine alte Quitte, eine Mispel und eine grünblühende Rose. Ganz in der Nähe liegen der "Wooded Helleborous Garden" und der "Snowdrop Garden", die Mitte des 20. Jahrhunderts für ihre herrlichen Frühlingsbilder mit über 200 seltenen Schneeglöckchenarten sowie Christrosen und Nieswurz bekannt wurden.

East Lambrook

Walter und Margery Fish kauften einen benachbarten Obstgarten, mit dem Ziel, den Graben zwischen ihrem Garten und der Erweiterung zu einem Teich umzugestalten. Der Graben fiel jedoch trocken. Margery Fish ließ sich nicht abschrecken und wandelte in ihrer unkonventionellen Art die Ufer in Blumenbeete um. Der Graben ist im Frühling faszinierend, wenn zwischen jungen Farnen, Purpurglöckchen und Storchenschnabel hunderte Blausterne, Glockenblumen und Christrosen zum Leben erwachen. Am Ende des Grabens entstand der sogenannte "Lido" als steinerne Wasserkaskade. Heute ist der Lido ein feuchtes, schattiges Eldorado für Funkien, Schaublätter, Farne, Primeln und ein Blumenwasserfall aus weißblühenden Glyzinien.

Margery Fish war auch für ihre Großzügigkeit bekannt. Sie verschenkte Pflanzen an Besucher aus nah und fern, was so weit ging, dass ihr eigener Garten manchmal nahezu vollständig kahl aussah. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in East Lambrook eine der ersten produzierenden Gärtnereien. Heute setzt ein ausgedehnter Gartenbaubetrieb mit Pflanzenverkauf diese Tradition in East Lambrook fort. Die Gärtnerei ist bekannt für winterfeste Storchenschnabel, Wolfsmilch und eine Vielzahl von Stauden, die sich sowohl für Cottage-Gärten als auch für alle anderen Gärten eignen.

In East Lambrook gibt es auch einen preisgekrönten Teashop, der Pflanzen, die hier wachsen, als Zutaten verwendet. Im Aussenbereich sitzen die Gäste inmitten eines Duftgartens umgeben von Seidelbast, Rosen und Lavendel.