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Westonbirt ArboretumDer GartenEin großes Landhaus mit weitläufigem Garten war das Statussymbol in der Mitte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der Robert Holford ein Vermögen von 1.000.000 Pfund sowie Westonbirt Estate erbte. Er investierte 250.000 Pfund in sein Haus in Holford und machte es damit zu einem der zehn teuersten viktorianischen Häuser. Seine Pläne waren so aufwändig, dass er das Dorf Westonbirt umsiedelte und sogar Straßen in der Umgebung verlegte, so dass sie in seine Konzeption passten. Robert Holford beschloss, mit der Anpflanzung eines Arboretums in der offenen Ackerlandschaft nahe seines Hauses, seinen eigenen Garten zu entwickeln. Inspiriert von der Arbeit des Landschaftsgärtners William S. Gilpin schuf er eine neue bewaldete Landschaft. Arboreta sind gewöhnlich zu wissenschaftlichen oder Aufzuchtszwecken angelegt, aber Holfords Pflanzungen dienten in erster Linie dem dramatischen Effekt. Seine Vorstellung von Gartengestaltung unterschied sich grundlegend von allen anderen Zeitgenossen: Rasenflächen und Staudenrabatten wurden durch baumbegrenzte Lichtungen ersetzt und formale Blumenbeete zu Rhododendron- und Azaleenwäldern umgestaltet. Holford erkannte den Wert des sandigen, sauren Bodens auf seinem Land und pflanzte Rhododendren, Kamelien, Zauberhaselnuss, Scheinkamelie und andere Pflanzen unter einem Blätterdach von Eichen und schottischer Kiefer. Er ließ Zufahrten und Chausseen durch seine neuen Wälder anlegen, die von seiner Familie und den Besuchern in Kutschen oder zu Pferde genutzt werden sollten. Auch heutige Besucher nutzen diese Wege. Bis 1855 war ein Großteil des „Old Arboretum“ in der heute noch bestehenden Form fertig gestellt, darunter der „Main Drive“, die „Specimen Avenue“, „Holford Ride“, „Morley Ride“ und „Jackson Avenue“. Robert Holfords Sohn, Sir George Holford, setzte die Erweiterung des Arboretums bis zu seinem Tod im frühen 20. Jahrhundert fort. Im „Old Arboretum“ pflanzte er die „Acer Glade“ (Ahornlichtung), die heute für ihre herrlichen gelben, roten und goldenen Herbstfarben bekannt ist. Nach Westen expandierte er in den alten „Silk Wood“ hinein. Im Zentrum des „Silk Wood“ steht ein 2000 Jahre alter Lindenstrauch, um den herum er mehrere Lichtungen mit besonderen Einzelbäumen und Chausseen anlegte. Er schuf den „Broad Willesley Drive“, „Broad Drive“ und „Waste Drive“ und ergänzte den jeweiligen Verlauf mit dekorativen Baumbuchten. Sir George Holford ist vor allem für seine Pflanzung der heutigen „National Japanese Maple Collection“ bekannt, die eine ähnlich herbstliches Bild bietet wie die bekannte „Acer Glade“. „Silk Wood“ - in seinen Ursprüngen viel älter als das Arboretum - bildet ein Habitat für viele farbige Wildblumen und vielerlei Waldtiere. Robert Holford unterstützte Entdecker, die die Welt auf der Suche nach seltenen und neuen Pflanzen bereisten. In Westonbirt finden sich zahlreiche Varietäten aus entfernten Orten der Welt, darunter eine Monterey Kiefer aus den ursprünglichen Samen, die David Douglas eingeführt hat und ein schönes Exemplar eines Taschentuchbaums (oder Taubenbaum), den Ernest Wilson aus China mitbrachte. Sir George starb 1926 und hinterließ den Besitz seinem Neffen, dem 4. Earl of Morley, der das Herrenhaus verkaufte. Nach seinem Tod 1937 ging der Besitz an seinen Bruder über, der die verbleibenden 240 Hektar im Jahr 1956 der Forestry Commission übergab. Die Forestry Commission gelang es, das Arboretum zu erhalten und erstmals in seiner Geschichte für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihr Ziel war es außerdem, den gesamten Bestand aufzunehmen, zu beschriften sowie die Vielfalt des Waldgebietes zu erweitern. Heute besitzt Westonbirt 3.700 Baumarten (18.500 Bäume insgesamt), 900 Pilzarten und 245 blühenden Staudenarten, die nahezu alle zur Information der Pflanzenliebhaber bezeichnet sind. Die umfangreiche Baumsammlung bietet dem Besucher zu jeder Jahreszeit spezielle Genüsse. Im frühen Frühling blühen Schöllkraut, Schlüsselblumen und Waldanemonen, bevor sie im Mai den Glockenblumen weichen. Der Sommer ist die Zeit der Rhododendren-, Magnolien- und Azaleenblüte. Viele Besucher sind aber überzeugt, dass sich die schönsten Bilder im Herbst im „Acer Glade“ und den „Japanese Maples“ zeigen. Im Winter sorgen Nadelbäume und immergrüne Bäume dafür, das Arboretum grün und lebendig zu halten. Wege und Alleen sind nachts beleuchtet und bieten eine märchenhafte, romantische Atmosphäre. Dieser Ort gehört zu den Kulturschätzen mit nationaler Bedeutung. Ein 27 Kilometer langes Wanderwegenetz ermöglicht den Zugang zu den Wäldern, die zudem die rund 900 Pilzarten und 245 blühenden Staudensorten beheimaten. Westonbirt bietet einen erholsamen Zufluchtsort in der Natur, egal ob der Besucher nur 20 Minuten oder einen ganzen Tag bleiben möchte. Das Arboretum ist zudem ein Ort, an dem Kinder sorglos herumstreifen und verschiedene Waldlandschaften erkunden können.
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